27. Januar 2022

Ihr, die ihr sicher wohnt
In euren gewärmten Häusern,
Ihr, die ihr bei der Heimkehr am Abend

Warmes Essen findet und Freundesgesichter:

Fragt, ob das ein Mann ist:
Der arbeitet im Schlamm
Der kennt keinen Frieden
Der kämpft um ein Stück Brot
Der stirbt auf ein Ja, auf ein Nein hin.
Fragt, ob das eine Frau ist:
Kahlgeschoren und ohne Namen
Ohne Kraft der Erinnerung mehr
Leer die Augen und kalt der Schoß
Wie eine Kröte im Winter.

Denkt, daß dieses gewesen:
Diese Worte gebiete ich euch.
Ins Herz schärft sie euch ein,
Wenn ihr im Haus seid oder hinausgeht,
Wenn ihr euch niederlegt oder erhebt:
Sprecht sie wieder und wieder zu euren Söhnen.
Sonst sollen eure Häuser zerbersten,
Krankheiten über euch kommen,
Eure Nachgeborenen das Gesicht von euch wenden.


– Primo Levi (10. Januar 1946)

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27.01.: Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945

Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Unter den Umständen der aktuellen Pandemie werden viele Gedenkveranstaltungen zum morgigen 27. Januar 2022, dem Tag der Opfer des Faschismus und internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust nur in sehr reduzierter Form stattfinden. Die Berliner VVN-B.d.A hat dazu einen Überblick erstellt, an welchen Orten am Donnerstag auch kleinere Veranstaltungen stattfinden werden.

In Neukölln lädt die Initiative Hufeisern gegen Rechts zu einem stillen und persönlichen Gedenken ein:

„Vor der Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut zeigen wir Filmausschnitte einer bebilderten Lesung des Auschwitz-Überlebenden Otto D. Kulka aus seinem Buch Landschaften der Metropole des Todes in einer ca. achtminütigen Dauerschleife.“

Donnerstag, 27. Januar 2022 | von 10:00 bis 16:00 Uhr | auf dem Platz an der Hufeisentreppe vor dem Haus Fritz-Reuter-Allee 50 (Berlin-Neukölln)

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17.01.: Proteste gegen „Montagsspaziergänge“

Auch an diesem Montag wird es in Neukölln wieder antifaschistische Proteste gegen die unangemeldeten Versammlungen aus dem verschwörungsideologischen Spektrum geben, die seit dem Jahresbeginn in allen Berliner Bezirken Zulauf haben. Diese Demonstrationen werden von den organisierenden Personen bundesweit und auch in Berlin als „Spaziergänge“ bezeichnet und damit bewusst entpolitisiert. Dass auch die Versammlungen in Neukölln trotz kaum vorhandener Parolen und nach innen gekehrten Auftreten kaum als „unpolitisch“ zu bezeichnen sind, zeigt etwa die Teilnahme des AfD-Bezirksvorsitzenden Robert Eschricht (1) am vergangenen Montag. Zudem wurde von verteilten Flyern der Neonazipartei „III. Weg“ berichtet, die auch an diesem Montag zur Teilnahme in verschiedenen Berliner Bezirken aufrufen. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden an den rechtsoffenen Versammlungen kann bereits seit Frühjahr 2020 als diffuse Mischung unterschiedlichster Milieus beschrieben werden, deren gemeinsamen Nenner Verschwörungsnarrative sind, häufig kombiniert mit NS-Verharmlosung und codiertem Antisemitismus.

Ab 17.30 Uhr ist eine Kundgebung gegen dieses Treiben vor dem Rathaus Neukölln angemeldet. Einen ausführlichen Überblick und Informationen zu antifaschistischen Protesten an weiteren Orten in Berlin findet ihr u.a. bei Berlin gegen Nazis (2).

(1) https://antifa-berlin.info/…/1689-vorsitzender-der…

(2) https://berlin-gegen-nazis.de/proteste-gegen…/


#B1701

Offener Brief zur Beteiligung am Untersuchungsausschuss Neukölln-Komplex

Gemeinsam mit den Initiativen und Gruppen Aufstehen gegen Rassismus Neukölln (AgR Neukölln), Andere Zustände Ermöglichen (aze), Basta – Britzer Bürger*innen fordern Aufklärung rechter Straftaten, Bündnis Neukölln, Hufeisern gegen Rechts, Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP), Kein Generalverdacht,
Neukölln Watch, NSU Watch, OPRA – Psychologische Beratung für Opfer rechtsextremer, rassistischer & antisemitischer Gewalt, ReachOut Berlin, Rudow empört sich und der VVN-VdA, Neukölln
wurde heute ein offener Brief an die Regierungskoalition im Berliner Abgeordnetenhaus geschickt um die Einbindung einer kritischen Zivilgesellschaft in einen anstehenden Untersuchungsausschuss zu den rechten Anschlagsserien in Neukölln und zu dortigen Behördenversagen zu fordern.

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10.01.: „Spazier-Stop gegen Querdenken und Rechts“

Wie bereits in den vergangenen Wochen wollen auch am Montag den 10. Januar 2022 in Neukölln Rechte, Coronaverharmloser_innen und Verschwörungsideolog_innen ohne Maske und Abstand durch die umliegenden Straßen „spazieren“.

Am zurückliegenden Samstagabend fuhr bereits ein verschwörungsideologischer Auto- und Fahrradkorso durch Kreuzberg und Neukölln. Zuvor kamen zu antifaschistischen Gegenprotesten von Aufstehen gegen Rassismus und dem Bündnis Neukölln über 100 Personen zusammen. Abends wurde sich noch vereinzelt von Antifaschist_innen und Passant_innen dem Aufzug in den Weg gestellt – Teilnehmende beklagten sich im Nachgang über Blockaden, Beschimpfungen und versuchte Beschädigungen ihrer Fahrzeuge.

Für Montag den 10. Januar ruft Geradedenken erneut zu antifaschistischen Protest und einem #Spazierstop gegen die reaktionären Formierungen auf, die sich vor dem Rathaus Neukölln versammeln wollen um zum Hermannplatz und auch weiter zu anderen verschwörungsideologischen Versammlungen in Kreuzberg zu ziehen. Auch in weiteren Berliner Bezirken werden solidarische Gegenproteste organisiert.

Montag 10.01.2022 | ab 17.30 Uhr | Rathaus Neukölln (Berlin-Neukölln) #b1001

Bitte haltet euch an die aktuellen AHA-Regelungen, tragt einen Mund-Nasen-Schutz und haltet Abstand.