Brandstiftungen in der Britzer Hufeisensiedlung

An dem vergangenen Wochenende, in der Nacht vom 21. auf den 22., hat im Süden Neuköllns schon wieder ein Auto gebrannt. Schnell zirkulierte im Internet ein Video von dem sich ausbreitenden Brand. Die Anwohnerin, die das Video hochgeladen hat, wies in ihrem Beitrag auf zahlreiche auch rechte Vorfälle in dem unmittelbaren Umfeld des Tatortes in der Britzer Hufeisensiedlung hin und stellte einen Zusammenhang her. Neben weiteren 12 Brandstiftungen an Kleider-und Müllcontainern, Anhängerplanen, Sitzbänken einer Bushaltestelle und Autos seit Oktober 2021, habe es in der Vergangenheit auch immer wieder Hakenkreuz-Schmierereien in der Hufeisensiedlung gegeben auf. So im letzten November auch an einem Haus in unmittelbarer Nähe des jetzigen Tatortes. In diesem Zusammenhang zeigten die Bewohner_innen ebenfalls an, dass bereits im Oktober Menschen, die sich im Garten auf Hebräisch unterhielten, von einer unbekannten Person durch die Hecke hindurch mit Reizgas besprüht worden waren. [1]

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Die Widerlichkeiten des deutschen „Heldengedenkens“

In die vergangene Bezirksverordnetenversammlung Neuköllns wurde ein Antrag eingebracht, der die Entfernung eines Gedenksteins zur Erinnerung an die 26. Panzerdivision der Wehrmacht auf dem Garnisonsfriedhof am Columbiadamm fordert. In einem Artikel der BZ zu der Thematik wird der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr dahingehend zitiert, dass an einer wissenschaftlich durchgeführten Aufarbeitung kein Weg vorbeiführe. Wir liefern zum Denkmalsturz gerne einiges an Hintergrundinformationen. Bereits 2009 erschien unsere Broschüre „Der Garnisonsfriedhof am Columbiadamm. Widerlichkeiten des deutschen Heldengedenkens.“ in der eine Übersicht der Denkmäler auf dem Gelände geboten wurde und gleichzeitig unsere Kritik an der geschichtsrevisionistischen Gedenkpraxis formuliert ist. Einen digitalen Einblick in die Veröffentlichung erhaltet ihr hier bei unseren Materialien.

Thank you! Merci! Спасибо! – 28. April: Tag der Befreiung Neuköllns

Dieses Jahr fällt auch der seit dem gestrigen Abend begangene Feiertag JomHaShoah auf den 28. April, der gleichsam der Tag der Befreiung Neuköllns durch die Rote Armee ist. Vollständer Name des israelischen Gedenktages ist »Jom haZikaron laScho’a weLaGwura« (יום הזיכרון לשואה ולגבורה): Tag des Gedenkens an Shoah und Heldentum. Ursprünglich wurde der 19. April (14. Nisan im jüdischen Kalender) als Gedenktag bestimmt, was den Beginn des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 markierte. Da dieser Tag kurz vor Pessach ist, einigte sich die Knesset 1951 auf den 27. Nisan. Damit thematisiert dieser Gedenktag nicht ausschließlich die flächendeckende Massenermordung des europäischen Judentums, sondern betont auch den Widerstand der als jüdisch Verfolgten.

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Erneut antisemitische Demonstrationen in Neukölln und Kreuzberg

Dokumentation der Versammlung am 23.04.2022 durch democ. Zentrum Demokratischer Widerspruch e.V.

Wie so häufig wird Antisemitismus auf den Straßen gefrönt – als Anlass dient wieder die vorgeschobene Solidarität mit Palästina und die sog. „Israelkritik“, die sich wie hier in der antisemitischen Gleichsetzung des demokratischen Israels mit dem nationalsozialistischen Deutschland oder in“ Drecksjuden“-Rufen zeigt. Auch Pressearbeit wird verhindert und Journalist*innen angegriffen. Antisemitismus ist so vielfältig, dass jede*r sich bedienen kann. Die zahlreichen Märsche seit dem vergangenen Wochenende zeigen, dass es dabei kaum einen Unterschied macht, ob die Versammlungen durch Netzwerke der islamistischen Hamas organisiert werden oder, wie bei der Demonstration am 23. April in vermeintlich linken Kreisen durch Palästina Spricht und mit ihnen verbundenen Gruppen wie der Migrantifa Berlin und Teilen der Berliner Linksjugend solid mobilisiert wird. Der Anlass antisemitische Parolen auf die Straße zu tragen ist wie bei den aktuellen Auseinandersetzungen um den Tempelberg – der eine wochenlange Terrorserie mit der Ermordung zahlreicher Israelis voran ging – weiterhin zweitrangig. Dies zeigten bereits die in Berlin immer wieder stattfindenden Instrumentalisierungen, wie des Gedenkens an die rechten Morde in Halle und Hanau, queere Kämpfe und der Demonstrationen zum 1. Mai.Gegen jeden Antisemitismus und für eine emanzipatorische Gesellschaft!