Chronik 2004

04.12.04 Köpenick Rudower Neonazis beteiligen sich als DGS („Deutsche Gemeinschaft Süd“) mit einem eigenen Block an der Demonstration der BASO vom S-Bahnhof Adlershof zum S-Bahnhof Köpenick. Es wird wie im letzten Jahr ein „Nationales Jugendzentrum“ gefordert.
11.09.04 S-BHF Sonnenallee Drei alternative Jugendliche werden von einer ca. fünfköpfigen Gruppe Neo-Nazis auf dem S-Bhf. Sonnenallee angegriffen und mit Flaschen beworfen. Die Jugendlichen hatten sich über die pöbelnden und ‚Hitlergruß‘ zeigenden Nazis beschwert, konnten sich aber erfolgreich zur Wehr setzen und flüchten.
29.08.04 Columbiadamm An die im Bau befindliche Moschee wird ein Hakenkreuz geschmiert. Im Hausflur daneben liegt ein Hakenkreuz, geformt aus Papiertaschentüchern. Zusätzlich wurde in den Hausflur uriniert.
20.07.04 Sonnenallee Während ein Kamerateam von ARTE Mitglieder der LSVD-Kampagne „Kai ist schwul – Murat auch“ filmt, pöbeln eine Gruppe junger Männer die 2 Mitarbeiter der LSVD-Kampagne an, einer der Männer stürzt, einen der Mitarbeiter schubsen diese vor sich her.
12.06.04 Boddinstraße Ein 39 Jahre alter aus Angola stammender Mann wird gegen 14:50 Uhr an der Boddinstraße/ Ecke Reuterstraße von 2 Männern rassistisch beschimpft und anschließend niedergeschlagen. Das Opfer muss ambulant behandelt werden.
06.06.04 Spinnefest Wieder stören Neonazis das Fest der Neuköllner SPD an der Rudower Spinne. Diesmal dabei: Rene Bethage, Markus Loszczynski, Thomas Markgraf, Peggy Scholler, Gerd Hartmut Walther, Jill-Pierre Glaser, Sascha Kari, Gabriel Landgraf.
Sie verteilen Flugblätter der NSAM und die „Deutsche Stimme“ (NPD-Parteizeitung).
12.04.04 Neukölln Ein 21 Jahre alter Mann aus Sierra Leone wird von Unbekannten mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt.

Chronik 2003

06.12.03 Rudow Demonstration der BASO für ein „Nationales Jugendzentrum“ vom Bahnhof Rudow nach Schöneweide. Die „Deutsche Gemeinschaft Süd“ aus Rudow ruft mit zur Demo auf. Anmelder der Demo und Initiator bei der Bildung der DGS ist Rene Bethage.
03.10.03 Alt-Rudow (Straße) Neonazis schmieren Hakenkreuze an die Gedenktafel am Geburtshaus von Heinrich Stahl. Heinrich Stahl war von 1933 bis 1942 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde. Er starb 1942 im KZ Theresienstadt. Am Haus findet sich auch eine Rune der Wiking-Jugend.
29.06.03 Spinnefest Die Neonazikameradschaft BASO stört das SPD-Fest an der Rudower Spinne. Mit dabei: Rene Bethage, Markus Loszczynski, Gabriel Landgraf, Peggy Scholler, Thomas Markgraf, Gerd Hartmut Walther, Jill-Pierre Glaser, Sascha Kari.
04.04.03 U-BHF Rudow 25 Neonazis attackieren am U-Bahnhof Rudow 6 migrantische Jugendliche u.a. mit einem Baseballschläger und verletzen einen von ihnen schwer. Auch die eintreffende Polizei wird angegriffen.
Zuvor hatte dieselbe Gruppe Neonazis schon auf dem Baumblütenfest in Britz versucht, migrantische Jugendliche mit Baseballschägern und Bierflaschen anzugreifen, die aber flüchten konnten. In der U-Bahn nach Rudow grölte die Gruppe rassistische Lieder der Band Landser und bewarf MigrantInnen am U Johannisthaler Chaussee aus der U-Bahn heraus mit Flaschen. Mit dabei u.a.: Nico Rauschenbach, Dennis Eister, Timo Lennig, Tilo Paulenz, Gordon Prusky, Mike Kussin, Michael Hasselberg, Stephan Kliem, Rico Stern, Erik Wagner, Marvin Nowicki, Sabrina Sperlich, Julia Engling, Thomas Karg, Fabian Lüdke, Sven Pohle, Björn Kulecki, Florian Schumann, Christian Neugebauer, Dennis Feller, Jenny Koch, Julia Wieland, Jennifer Anschütz, Tatjana Tang, Christopher Simon und Marcel Preuss.

Chronik 1986-2002

17.11.02 Columbiadamm Vertreter von NPD, DVU und Reps gedenken zusammen mit Traditionsverbänden der Bundeswehr ‚gefallener‘ deutscher Soldaten. Sie legen auf dem Friedhof Kränze nieder. Mit dabei: Jörg Hähnel (NPD).
11./12.05.02 Jugendclub NW80 (Rudow) Im Jugendclub „NW 80“ im Neudecker Weg wird eine Scheibe eingeworfen. In der Umgebung des NW 80 tauchten zuvor immer wieder Hakenkreuzschmierereien auf.
04./05.02 Jugendclub UFO (Lipschitzallee) Am Jugendclub UFO in der Lipschitzallee werden größere Farbschmierereien mit neonazistischem Hintergrund (Haken- und Keltenkreuz) angebracht.
04.01.02 Neukölln Polizeibeamte kontrollieren einen schwarzen Autofahrer, der auf dem Rücksitz seines geparkten Wagens sitzt und einen defekten Sicherheitsgurt repariert. Sie verdächtigen ihn, den Wagen stehlen zu wollen. Da er keine Papiere bei sich hat, will er mit den Beamten in seine nahegelegene Wohnung gehen um sie zu holen. Als er aussteigt, lässt eine Beamtin ihren Schäferhund von der Leine, welcher ihn sofort attackiert. Im Verlauf der Situation wird er von den Beamten mit Pfefferspray verletzt und mehrfach auf den Boden geworfen. Später wird er im Einsatzwagen weiter geschlagen und ihm wird mit Erschießung gedroht, dann wird er auf die Wache gebracht. Erst nach fünf Stunden wird er entlassen. Die ‚Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt“ verfolgt den Fall und sieht eindeutig ein rassistisches Tatmotiv durch die unterstellte unterstellte Herkunft und die Hautfarbe. (Quelle und weitere Details: ‚KOP‘-Chronik)
Dez. 01 S- und U-Bahnhof Neukölln 15-20 Neonazi-Skinheads laufen unter Rufen wie „Juden raus!“ zum U-Bahnhof Neukölln.
24.09.01 Rudow Bis zu 15 bewaffnete Neonazis überfallen eine Feier im Gemeindezentrum einer evangelischen Kirchengemeinde in Rudow, zerstören die Einrichtung und attackieren migrantische Jugendliche. Am gleichen Wochenende jagt eine Gruppe von ca. 50 Neonazis, bewaffnet mit Messern und Baseballkeulen und unter „Sieg Heil“-Rufen migrantische Jugendliche an der Rudower Spinne.
11.11.00 Hasenheide Polizeibeamte kontrollieren ein Schwarzen. Ein Passant spricht die Polizeibeamten an und fragt sie, ob der Mann wegen seiner Hautfarbe überprüft worden sei. Das bejaht einer der Beamten und argumentiert, dass „nur Schwarze (…) in der Hasenheide Drogen [verkaufen]“ würden. Der Kontrollierte bekommt einen Platzverweis ausgesprochen, obwohl die durchgeführte Kontrolle ergebnislos geblieben war und der Passant erhält eine Anzeige wegen ‚Beleidigung‘. (Quelle und weitere Details: ‚KOP‘-Chronik)
16.04.2000 Neukölln Polizeibeamte halten einen Lieferwagen mit Verdacht auf Trunkenheit am Steuer an. Sie gehen sehr brutal gegen die Insassen vor, bedrohen sie mit ihren Waffen und verletzten sie erheblich. Der Fahrer muss sich aufgrund seiner Verletzungen krankschreiben lassen und verliert infolgedessen seinen Job. Es stellt sich heraus, dass er nicht betrunken war. Die Polizeibeamten haben aufgrund seiner unterstellten Herkunft so brutal gehandelt. Das Gericht verurteilt die Beamten und nennt die Kontrolle „völlig überflüssig und überzogen“. Die ‚Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt“ verfolgt den Fall und sieht eindeutig ein rassistisches Tatmotiv gegeben. (Quelle und weitere Details: ‚KOP‘-Chronik)
22.09.1998 Neukölln Das Wahlkampfplakat eines CDU Mitglieds sorgt für Kritik und führt zu einer Strafanzeige. Das Plakat: „AUS Prinzip gegen den Missbrauch des Asylrechts und die Wirtschaftsflucht in unsere LÄNDER“ enthält in Großbuchstaben das auseinander gezogene Wort Ausländer.
15.07.1998 Wutzkyallee 5 Deutsche hetzen einen Kampfhund auf einen dunkelhäutigen Mann und schlagen ihn nieder.
1980-1998
1992 Buckow Im Rahmen der bundesweiten Pogromwelle findet unter der Führung des FAP-Kaders Oliver Schweigert ein Angriff von 60 Neonazis auf ein Flüchtlingswohnheim in Berlin-Buckow statt.
März 1990 Rudow Der Staatsschutz findet im Rahmen einer Hausdurchsuchung bei einem Rudower Neonazi auch Waffen.
Okober 1989 Süd-Neukölln Überfall auf Mitglied der ‚Falken‘ wegen einem Anti-Nazi-Aufnäher.
September 1989 Süd-Neukölln Überfall auf Mitglied der ‚Falken‘.
August 1989 Süd-Neukölln Überfall auf 2 Frauen wegen linken Aufnähern.
Juni 1989 Steglitz Neonazi-Skins aus Rudow greifen in Steglitz einen Mann an.
April 1989 Süd-Neukölln Präsenz von Neonazis auf den U-Bahnhöfen rund um den ‚Hitler-Geburtstag‘.
März 1989 Süd-Neukölln Neonazi-Skinheads überfallen eine Party, attakieren Menschen mit Knüppeln und Leuchtmunition; 50 Neonazis bedrohen eine Schulversammlung; die ‚Falken‘ bekommen Drohbriefe geschickt; auf der U-Bahnlinie U7 ist die „Britzer Befreiungsfront“ aktiv, Antifas werden angegriffen und photografiert; die „Nationalistische Front“ verteilt Flugblätter
Februar 1989 Süd-Neukölln Neonazi-Skinheads gröhlen „rechtes Liedgut“, verletzen bei der Festnahme einen Polizisten; auf einen Bus der linken ‚Falken‘ wird ein Brandanschlag verübt.
Dezember 1988 Rudow In Rudow wird die „Berliner Türkenbeseitigungs Gang“ gegründet.
1986 Süd-Neukölln Die NPD verteilt Flugblätter an Buckower Schulen. Die FAP verteilt Flugblätter in Gropiusstadt.
Mitte der 1980er Rudow Im Gegensatz zu den Innenstadtbezirken sind in Rudow in großem Ausmaß Neonazi-Skinheadgruppen aktiv.