
20. Oktober 2026 | 19.00 Uhr | Kleinod, Niemetzstraße 24 (Berlin-Neukölln)
Der 07.Oktober 2023 war eine Zäsur für Jüdinnen und Juden weltweit. Die Bedrohung durch Antisemitismus ist auch in Berlin so allgegenwärtig wie selten zuvor. Gleichzeitig jähren sich die antisemitischen Novemberpogrome von 1938. Der 9. November verweist auf die Vertreibungspolitik im Nationalsozialismus, die zum Versuch der vollständigen Vernichtung der europäischen Jüdinnen*Juden wurde. Als Antifaschist*innen wollen wir in diesen Tagen die Kontinuitäten und die Aktualität des Antisemitismus zum Thema machen. Gerade wenn Antisemitismus relativiert, Betroffenenperspektiven diskreditiert werden und Teile der antifaschistischen Linken den Kampf gegen Antisemitismus aufgegeben zu haben scheinen, ist die Klarheit über den zugrunde liegenden Begriff von entscheidender Bedeutung.
Denn während die Diskussionen um Antisemitismusdefinitionen immer unzugänglicher werden, hat die Ideologie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung nichts von ihrem Rätselcharakter verloren. Die Bestimmung und damit die Bekämpfung von Antisemitismus wird durch zahlreiche alltagspraktische wie akademische Mythen erschwert: Antisemitismus wird unter Rassismus subsumiert, zum Vorurteil gemacht, als Aspekt gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gelesen oder zum Wahn erklärt. Obwohl diese Deutungsversuche etwas treffen, reduzieren sie Antisemitismus doch immer nur auf einen Teilaspekt.
In »Antisemitismus definieren. Eine Anleitung zur Abgrenzung« (Verbrecher Verlag) macht der Sozialphilosoph Nikolas Lelle gemeinsam mit seinem Co-Autoren Tom Uhlig diese Mythen produktiv. Wir wollen das mit euch diskutieren und schauen, wie das für antifaschistische Arbeit hilfreich ist.
Kommt vorbei!
