Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Stadt?"

Mittwoch, den 29. Oktober 2014 um 12:12 Uhr

„Feministische Stadtplanung“ - Vortrag mit Sybille Bauriedl

Bereits in den 1970er Jahren sah der Marxist und Soziologe Henri Lefebvre in der Architektur von Hochhäusern und anderen Prachtbauten den Ausdruck einer phallokratischen Macht und Arroganz. Ebenso wie kapitalistische Wohn- und Eigentums-, sowie Produktionsverhältnisse schlägt sich die patriarchale Herrschaft in der Gestalt unserer Städte nieder. Dies zeigt sich nicht nur im Geschlecht der Mehrheit von Stararchitekten, Stadtplanern und Politikern, sondern auch darin, wie 'männlich' oder 'weiblich' konnotierte Orte in das Stadtbild eingebunden werden, welche Orte Menschen zugewiesen werden, die nicht in das Raster von binären Geschlechteridentitäten fallen, aber auch in der unterschiedlichen Betroffenheit von Männern und Frauen in Stadtaufwertungsprozessen.
Die Wissenschaftlerin und Aktivistin Sybille Bauriedl beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Geschlechterverhältnissen in der Planung, räumlichen Organisation und Nutzen von Städten. Gemeinsam mit ihr wollen wir nach einer Kritik an männlich zentrierter Stadtplanung fragen und auch die geschlechtliche Leerstelle in aktuellen Debatten um die Umstrukturierung des städtischen Raumes aufzeigen. Schließlich wollen wir fragen, wie eine feministische Stadtplanung aussehen kann und welche Schlüsse für emanzipatorische Gruppen in städtischen Kämpfen daraus gezogen werden können


30.10.2014 19.00 Uhr faq – Antisexistischer Infoladen, Jonasstraße 40

   

Gedenkkundgebung und antifaschistische Demo in Moabit

Mittwoch, den 29. Oktober 2014 um 21:32 Uhr

Die Zeitung zur diesjährigen Gedenkkundgebung und Antifa-Demo kann hier heruntergeladen werden. Wir sind mit einem Beitrag zu den aktuellen Erscheinungsformen des deutschen Antisemitismus im Heft vertreten. Den kompletten Aufruf gibt es zum Nachlesen bei der Antifaschistischen Initiative Moabit

Kein Vergessen. Kein Vergeben. Antisemitismus und Rassismus bekämpfen!

 

Die Gewalt der Novemberpogrome vom 7. -13. November 1938 fand am 9. November ihren vorläufigen Höhepunkt. Überall in Deutschland und Österreich brannten die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Jüdinnen*Juden wurden von den Nazis gedemütigt und geschlagen, vergewaltigt und ermordet. Etwa 30.000 Männer* wurden verhaftet und in Konzentrationslager und Gefängnisse verschleppt.

Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung der antijüdischen Politik des NS-Regimes dar. Der NS-Antisemitismus wurde nach den Novemberpogromen immer gewalttätiger und gipfelte letztlich in dem Versuch, alle Jüdinnen*Juden Europas gezielt und umfassend zu ermorden. Bis 1945 ermordeten die Nazis sechs Millionen Jüdinnen*Juden.

Dem Gedenken an die deutschen NS-Verbrechen auch weiterhin Gehör zu verschaffen sowie Konsequenzen daraus einzufordern, bleibt die wichtigste Aufgabe für alle Antifaschist*innen. Der ehemalige Vize-Präsident des Internationalen Buchenwald-Komitees, Emil Carlebach, brachte es anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Befreiung auf den Punkt: „Zu Frieden und Freiheit aber gehört auch die Tradition des Kampfes gegen den Faschismus, gegen Antisemitismus und Herrenmenschentum. In diesem Kampfe waren wir vereint, in diesem Kampfe bleiben wir vereint.“ In diesem Sinne hoffen wir, möglichst viele von Euch am 9. November auf der Gedenkdemonstration in Moabit zu sehen.

 

Es werden die Überlebenden Vera Friedländer (* 27. Februar 1928) und Andree Leusink (* 14. Mai 1938 in Frankreich) sprechen.
Vera Friedländers Mutter war Jüdin, ihr Vater Christ. Als Anfang Maerz 1943 ihre Mutter im Rahmen der „Fabrikaktion“ in der Grossen Hamburger Strasse in Berlin festgehalten wurde, harrte sie als 15-Jaehrige mit ihrem Vater viele Stunden vor der Gestapo-Sammelstelle aus. Gluecklicherweise gelang es, ihre Mutter und die anderen festgenommenen Juden*Jüdinnen wieder freizubekommen. Ihr Vater wurde später wegen „Rassenschande“ in einem Lager bei Merseburg bis zum Kriegsende inhaftiert.
Andree Leusink (* 14. Mai 1938 in Frankreich) ueberlebte als verstecktes Kind den Holocaust in Frankreich, wohin sich ihre Eltern vor den Nazis geflüchtet hatten und in der Schweiz. Heute ist sie aktiv in der antifaschistischen Bewegung, darunter den „Child Survivors Deutschland - Ueberlebende Kinder der Shoah“ und der VVN-BdA Berlin-Pankow.

Am Sonntag, den 9.November 2014, 14 Uhr

Auftaktkundgebung am Mahnmal Levetzowstrasse (U-Bhf Hansaplatz, S-Bhf Tiergarten)

Anschließend wird es eine antifaschistische Demonstration zum Mahnmal an der Putlitzbruecke (S-Bhf Westhafen) geben.

 

 

   

Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Stadt?"

Montag, den 06. Oktober 2014 um 13:23 Uhr

„Community Organizing und Mieter_innenmobiliserung in Berlin“ - Podiumsveranstaltung mit Robert Maruschke, Kotti und Co. und "Zwangsräumungen Verhindern"

15.10.2014 19.00 Uhr Tristeza, Pannierstraße 5


Im Mai 2012 besetzten Mieter_innen des Wohnkomplexes am südlichen Kottbusser Tor, deren Freund_innen und Unterstützer_innen den Platz vor ihren Häusern um gegen steigende Mieten und die enorm gestiegenen Nebenkosten zu protestieren. Seitdem hat die Gruppe, die als Kotti & Co. inzwischen bundesweit und international bekannt ist, über 20 (Lärm-)Demos organisiert und hat die Diskussion über Rassismus im Zusammenhang mit Gentrifizierung auch in die (etablierte Politik) getragen. Im gleichen Jahr startete auch eine weitere Gruppe ihre Aktionen. Mit der Blockade von Hauseingängen, durch die Gerichtsvollzieher_innen daran gehindert werden sollten, die Räumungen von Wohnungen zu vollstrecken, gelang es dem Bündnis 'Zwangsräumungen Verhindern' seitdem beinahe ein Dutzend erzwungene Auszüge zu verhindern.
Beiden Gruppen haben gemeinsam, dass es ihnen gelingt ein breites Spektrum an Betroffenen von steigenden Mieten und Verdrängung anzusprechen. Besonders daran ist, dass es anders als in vergangenen, häufig von linken Gruppen dominierten Bündnissen hier Alte, prekarisierte Menschen oder Migrant_innen sind, die dort selbst für ihre Rechte kämpfen.
Robert Maruschke, Autor und Aktivist hat ein Buch über Community Organizing geschrieben – einer aus den USA kommenden Technik, die sich mit der Aktivierung und Bestärkung von Menschen in der Nachbarschaft beschäftigt, um sich für ihrer Rechte einzusetzen. In diesem Zusammenhang untersucht er nicht nur die Ursprünge dieses Organisierungskonzeptes und theoretische Debatten, sondern auch praktische Anwendungsfelder bei der Mieter_innenmobilisierungen in Berlin. Gemeinsam wollen wir den Möglichkeiten von Community Organizing für aktuelle Kämpfe nachgehen, dieses aber auch als Instrument begreifen, das eingesetzt wird, um eine breite Akzeptanz für staatlich verordnete soziale Ungleichheit im Kiez zu schaffen.

Im Rahmen der Veranstaktungsreihe "Wem gehört die Stadt" der Autonomen Neuköllner Antifa

   

Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Stadt?"

Dienstag, den 23. September 2014 um 11:47 Uhr

Kein Recht auf Stadt!?" - Podiumsveranstaltung mit Amaro Foro, Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und Sophie* (über die Situation von Drogenuser_innen)

Die Startbedingungen für politische Kämpfe in der kapitalistischen Stadt sind denkbar ungleich verteilt. Gesellschaftlich marginalisierte Gruppen haben mit ihren Interessen und Bedürfnissen häufig kaum eine Chance auf Gehör. Illegalisierte, Sinti & Roma oder Drogenbenutzer_innen bleiben in der Regel im Straßenbild wie in statdtpolitischen Debatten unsichtbar. Doch wie können soziale und antirassistische Kämpfe zusammengedacht werden?

01.10.2014 I 20 Uhr I k-fetisch (Wildenbruchstraße 86)

Im Rahmen der Veranstaktungsreihe "Wem gehört die Stadt?" der Autonomen Neuköllner Antifa

*Sophie hat mehrere Jahre in der subjektorientierten Drogenhilfe und zu den Themen Drogenkonsum und Drogenpolitik gearbeitet

   

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