Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Stadt?"

Montag, den 06. Oktober 2014 um 13:23 Uhr

„Community Organizing und Mieter_innenmobiliserung in Berlin“ - Podiumsveranstaltung mit Robert Maruschke, Kotti und Co. und "Zwangsräumungen Verhindern"

15.10.2014 19.00 Uhr Tristeza, Pannierstraße 5


Im Mai 2012 besetzten Mieter_innen des Wohnkomplexes am südlichen Kottbusser Tor, deren Freund_innen und Unterstützer_innen den Platz vor ihren Häusern um gegen steigende Mieten und die enorm gestiegenen Nebenkosten zu protestieren. Seitdem hat die Gruppe, die als Kotti & Co. inzwischen bundesweit und international bekannt ist, über 20 (Lärm-)Demos organisiert und hat die Diskussion über Rassismus im Zusammenhang mit Gentrifizierung auch in die (etablierte Politik) getragen. Im gleichen Jahr startete auch eine weitere Gruppe ihre Aktionen. Mit der Blockade von Hauseingängen, durch die Gerichtsvollzieher_innen daran gehindert werden sollten, die Räumungen von Wohnungen zu vollstrecken, gelang es dem Bündnis 'Zwangsräumungen Verhindern' seitdem beinahe ein Dutzend erzwungene Auszüge zu verhindern.
Beiden Gruppen haben gemeinsam, dass es ihnen gelingt ein breites Spektrum an Betroffenen von steigenden Mieten und Verdrängung anzusprechen. Besonders daran ist, dass es anders als in vergangenen, häufig von linken Gruppen dominierten Bündnissen hier Alte, prekarisierte Menschen oder Migrant_innen sind, die dort selbst für ihre Rechte kämpfen.
Robert Maruschke, Autor und Aktivist hat ein Buch über Community Organizing geschrieben – einer aus den USA kommenden Technik, die sich mit der Aktivierung und Bestärkung von Menschen in der Nachbarschaft beschäftigt, um sich für ihrer Rechte einzusetzen. In diesem Zusammenhang untersucht er nicht nur die Ursprünge dieses Organisierungskonzeptes und theoretische Debatten, sondern auch praktische Anwendungsfelder bei der Mieter_innenmobilisierungen in Berlin. Gemeinsam wollen wir den Möglichkeiten von Community Organizing für aktuelle Kämpfe nachgehen, dieses aber auch als Instrument begreifen, das eingesetzt wird, um eine breite Akzeptanz für staatlich verordnete soziale Ungleichheit im Kiez zu schaffen.

Im Rahmen der Veranstaktungsreihe "Wem gehört die Stadt" der Autonomen Neuköllner Antifa

   

Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Stadt?"

Dienstag, den 23. September 2014 um 11:47 Uhr

Kein Recht auf Stadt!?" - Podiumsveranstaltung mit Amaro Foro, Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und Sophie* (über die Situation von Drogenuser_innen)

Die Startbedingungen für politische Kämpfe in der kapitalistischen Stadt sind denkbar ungleich verteilt. Gesellschaftlich marginalisierte Gruppen haben mit ihren Interessen und Bedürfnissen häufig kaum eine Chance auf Gehör. Illegalisierte, Sinti & Roma oder Drogenbenutzer_innen bleiben in der Regel im Straßenbild wie in statdtpolitischen Debatten unsichtbar. Doch wie können soziale und antirassistische Kämpfe zusammengedacht werden?

01.10.2014 I 20 Uhr I k-fetisch (Wildenbruchstraße 86)

Im Rahmen der Veranstaktungsreihe "Wem gehört die Stadt?" der Autonomen Neuköllner Antifa

*Sophie hat mehrere Jahre in der subjektorientierten Drogenhilfe und zu den Themen Drogenkonsum und Drogenpolitik gearbeitet

   

Sonntag: Mahnwache in Gedenken an Burak - gegen alltäglichen Rassimus-gegen Neonazis

Dienstag, den 04. Juni 2013 um 09:37 Uhr

Mahnwache am 5. Oktober 2014 in Rudow am Sportplatz Stubenrauchstr.

Im Gedenken an Burak - Kein Vergessen - gegen den alltäglichen Rassismus - gegen Neonazis


Am 5. Oktober findet in Rudow, auf dem Sportplatz an der Stubenrauchstr., das Fussballspiel der Berlinliga TSV Rudow gegen Tennis Borussia statt. Diese Begegnung hat seit November 2011 eine besondere Brisanz, denn seit Jahren sind Neuköllner Neonazis, rechtsoffene Hooligans und andere Rassist_innen vor allem bei den Spielen gegen TeBe immer wieder unter den Rudower Fans präsent. Mit ihrer Anwesenheit und ihren Parolen wollen sie die Tebe-Fans, die bundesweit bekannt sind für ihre antrassistische und antifaschistische Fankultur, provozieren.

Die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak möchte mit dieser Mahnwache im Oktober auf das Problem Rassismus in der "weißen deutschen Community" in Süd-Neukölln hinweisen. Einerseits werden beim TSV Rudow im Jugendbereich auch viele Jungs mit Migrationshintergrund fussballerisch ausgebildet, andererseits wird es von den Offiziellen des Vereins stillschweigend geduldet, dass Neuköllner NPD-Funktionäre gezielt jugendliche Rudow-Fans anwerben. Auf diesen Widerspruch wurde die Vereinsführung des TSV schon mehrmals hingewiesen, ist aber offensichtlich nicht bereit sich ernsthaft mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Aufgrund des Hergangs und der Umstände der Tat – gerade vor dem Hintergrund des NSU-Komplexes – stellen wir die drängende und berechtigte Frage: War Rassismus wieder das Motiv? Der Mord steht damit durchaus im Zusammenhang mit den jahrelangen Aktivitäten von Neonazis und einer tendenziellen rassistischen Grundstimmung in Süd-Neukölln.

In der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012 geschieht ein bis heute unfassbarer Mord im Neuköllner Ortsteil Buckow/Britz. Gegenüber vom Krankenhaus Neukölln in der Rudower Str. steht Burak B. mit Freunden und unterhält sich. Ein unbekannter weißer Mann geht gezielt auf die Gruppe migrantischer Jugendlicher zu und feuert mehrere Schüsse auf sie ab. Der damals 22-jährige Burak B. wird getroffen und stirbt - die Freunde Alex und Jamal werden schwer verletzt und sind bis heute traumatisiert. Es gab keinen Streit zwischen Opfern und Tätern – alles geschah wortlos.
Parallelen zu den Morden des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) tun sich auf und solange nichts gegenteiliges erwiesen ist, gehen wir davon aus das es sich um eine rassistische „Nachahmungstat” gehandelt hat. Die polizeilichen Ermittlungen sind bisher nicht wirklich erfolgreich - der Mörder ist weiterhin auf freiem Fuß und stellt eine Gefahr dar. Bis vor anderthalb Jahren wohnte in der Nähe des Tatortes, in der Siedlung Möwenweg/Goldhähnchenweg, eine junge Frau, die sich zum „Nationalen Sozialismus“ bekennt und auf ihrem damaligen „Facebook-Profil“ Sympathie für den schrecklichen Mord an Burak B. bekundete. Sie ist mit den Protagonisten der Neuköllner Neonazi-Szene gut bekannt und befreundet.

An dieser Stelle wollen wir auch auf Anschläge und Übergriffe durch Neonazis und anderen Rassist_innen in Neukölln vor allem aber in Süd-Neukölln hinweisen. Eine Chronik auf der Website der Autonomen Neuköllner Antifa reicht bis Mitte 1980 zurück ( antifa-neukölln.net/chronik ). Hierbei müssen insbesondere die Brandanschläge, auf das Kinder- und Jugendzentrum der Falken "Anton Schmaus Haus" am 26./27. Juni 2011 und am 09.11.2011 sowie die Anschläge mit "Molotov-Cocktails auf die Einfamilienhäuser migrantischer Familien am 22. März 2008 und am 19/20. April 2008, erwähnt werden.
Am 20. Juni 2014 wird in Neukölln die Wohnung eines 56-jährigen Mannes, der der "rechten Szene" nahe stehen soll, von der Polizei durchsucht. Es wurden scharfe Schusswaffen und dazugehörige Munition sichergestellt. Obwohl das zum Profil des Täters vom Mord an Burak passen könnte, ist die Polizei anderer Meinung und mit Informationen bezüglich der Ermittlungen äußerst sparsam. Anfang 2012 werden bundesweit von einer "Reichsbewegung-neue Gemeinschaft von Philosophen" Briefe verschickt in denen offen gedroht wird das "wer am Tag X Deutschland noch nicht verlassen habe, werde standrechtlich erschossen" – als Datum für die Ausreise nannten die "Reichsbürger" den 1.August. Dieser Brief wurde vor allem an jüdische und muslemische Einrichtungen verschickt. Auch die Neuköllner Sehitlik-Moschee erhielt diesen neunseitigen Drohbrief. Selbst die umstrittene Behörde des Verfassungsschutz befürchtete dass sich durch diesen "Reichsbürgerbrief " Einzeltäter "dazu aufgerufen fühlen könnten, aktiv zu werden".

Wir stellen abschließend fest das der Mörder von Burak weiterhin auf freiem Fuß ist und eine Gefahr darstellt - das die Polizei ihre Ermittlungen in Richtung rassistische oder faschistsiche Täter offensichtlich nicht weiterführt.

DieInitiative wird aber weiter daran arbeiten, das dieser Mord aufgeklärt wird. Mit dem monatlichen Gedenken an Burak werden wir auch weiterhin in der Öffentlichkeit präsent sein und das "Problem Rassismus" thematisieren.

http://burak.blogsport.de/
www.facebook.com/burak.unvergessen
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Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Stadt?"

Freitag, den 19. September 2014 um 11:32 Uhr

„Gentrifizierung und die richtige Kritik am Kapitalismus “

22.09.2014 / 19.00 Uhr - Tristeza (Pannierstraße 5)
Diskussionsveranstaltung mit Andrej Holm (Soziologe / HU Berlin) und Jimmy Boyle (Gruppen gegen Kapital und Nation)

Gentrifizierung scheint gerade in Neukölln als allgegenwärtiges Phänomen: Aus Leerstand werden schicke Boutiquen, Cafés und Szene-Kneipen, Arabisch und Türkisch hört man seltener, dafür mehr Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch, statt in wenigen Jahren mehrmals umzuziehen wird die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung zu einer jahrelangen Tortur.
Der Begriff Gentrifizierung ist in diesem Zusammenhang in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Doch was genau sind die Ursachen für die nicht nur in amtlichen Statistiken beobachtbaren Veränderungen in der Stadt? Verschiedene, auch linke Strömungen, haben in den letzten Jahren unterschiedliche Verursacher_innen für Gentrifizierungsprozesse ausgemacht: Tourist_innen, "Hipster", Künstler_innen, gierige Investor_innen, verantwortungslose Politiker_innen auf der einen oder 'den Kapitalismus', 'der allgemeine Zwang zur Verwertung von Besitz' auf der anderen Seite. Während erstere an Äußerlichkeiten festgemachte Gruppen, aber auch Einzelpersonen moralisch, teilweise auch mit (physischer) Gewalt angriff, zogen sich Vertreter_innen von zweiterer Position auf eine theoretische und allgemeine Kritik am Kapitalismus zurück: 'an der Verdrängung könne man nichts machen, bis der Kapitalismus überwunden ist'. So beschäftigte man sich zwar nicht weiter politisch mit der Gentrifizierung, ärgerte sich aber gleichzeitig über die nächste Mieterhöhung und den Auszug der migrantischen Nachbar_innen.
Teile dieser Positionen spiegelten sich auch in einer Debatte zwischen Andrej Holm und der Gruppe Jimmy Boyle im Jahr 2011 wider. Beide debattierten darin um die Bedeutung von Eigentümertypen, die Entwicklung des Bodenmarktes und die Rolle des Staates als verantwortlich für Gentrifizierung. In unserer Veranstaltung wollen wir die Debatte wieder aufgreifen und weiterführen. Dabei beschäftigen uns folgende Fragen: Wie hängen Kapitalismus, Verdrängung und Aufwertung zusammen? Wie sieht eine "richtige" Kritik an Strukturen und Akteuren aus und welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich für linke Gruppen daraus?

 

Zum Nachverfolgen hier die Links zur Debatte um die Kritik am Kapitalismus und Gentrifizierung zwischen Andrej Holm und Jimmy Boyle aus dem Jahre 2011:

Vortrag von Jimmy Boyle zum Thema Gentrification und die Ökonomie des Bodens mit einer Kritik an Andrej Holm:
https://gegen-kapital-und-nation.org/gentrification-0

Darauf folgte ein Briefwechsel zwischen Beiden, in dem die Rolle von Staat, Finanzkapital und Eigentümer_innentypen breiter diskutiert wurde:
https://gegen-kapital-und-nation.org/gen...teter-text

Was ist seither geschehen? Aktuelle Infos zu Forschung über Gentrifizierung und aktuellen Debatten gibt es auf Andrej Holms Blog:
http://gentrificationblog.wordpress.com/

 

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Weitere Veranstaltungen der Reihe:

"Kein Recht auf Stadt!?" - Podiumsveranstaltung mit Amaro Foro, Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und Sophie von einer Drugennutzer_innen-Ini
01.10.2014 - 19.30 Uhr - k-fetisch (Wildenbruchstraße 86)

„Community Organizing und Mieter_innenmobiliserung in Berlin“ - Podiumsveranstaltung mit Robert Maruschke, Kotti und Co. und Zwangsräumungen Verhindern
15.10.2014 19.00 Uhr Tristeza, Pannierstraße 5:

„Feministische Stadtplanung“ - Vortrag mit Sybille Bauriedl
30.10.2014 19.00 Uhr faq – Antisexistischer Infoladen, Jonasstraße 40

   

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